Freitag, 17. Juli 2015

War ich eine "richtige" Homöopathin?

Der häufigste Kommentar, der über mich in Diskussionen unter Homöopathen als Reaktion auf mein Buch zu lesen ist, ist: "Die war ja als Homöopathin gar nicht erfolgreich. DESHALB hat die ihre Praxis aufgegeben und wendet sich nun gegen die Homöopathie. Die war ja gar keine richtige Homöopathin.". Liebe Homöopathen, lest das:
  • Da ich meine Ausbildung vor 2004 begonnen habe, habe ich noch über 300 Stunden Ausbildung absolviert und dann zwei Jahre unter Supervision eines klassischen Homöopathen gearbeitet.
  • Ich besitze das Zertifikat der Ärztekammer für die Zusatzbezeichnung Homöopathie.
  • Ich habe seit 2009 rein klassisch homöopathisch gearbeitet, seit 2011 in eigener Praxis, die komplett auf Homöopathie ausgelegt war, in Einrichtung, Terminplanung, Arbeitsweise. Ich habe Homöopathie also nicht nebenbei betrieben, sondern in der Hauptsache. Ich habe auch mein Einkommen allein daraus bestritten. Ich habe mich zuletzt mehr für die Empfindungsmethode in der Homöopathie nach Dr. Sankaran interessiert, aber auch viele andere Strömungen und Richtungen kennengelernt 
  • Ich war von der Homöopathie als Heilmethode absolut überzeugt. Zwar war ich auch Ärztin genug, um alle meine Patienten durch Fach- und Hausärzte, bei Kindern durch Kinderärzte,  mitbehandeln (und untersuchen) zu lassen, ich selbst habe aber hauptsächlich homöopathische Medikamente verschrieben und nur in Ausnahmefällen etwas an der normalen Medikation verändert. Aber, dass und wie die Homöopathie heilen kann, darin war ich absolut sicher und habe das auch entschieden vertreten.
  • Ich hatte eine Patientenstamm von 100 Patienten, die regelmäßig alle 6-10 Wochen zu homöopathischen Folgeanamnesen kamen, so wie die homöopathische Behandlung das vorsieht.
  • Mein Patientenpool gesamt lag bei 300 Patienten, die nur ab und zu kamen, je nach Beschwerden
  • Unter meinen Patienten waren genauso Menschen aus Heidelberg und der nahen Umgebung, wie bekannte Politiker, Manager, Top-Manager, die aus den USA zu mir einreisten (bzw. sich während ihrer Aufenthalte in Deutschland behandeln ließen), Patienten, die nach ihrem Umzug ins Ausland, am entferntesten nach Kanada, den Kontakt zu mir via Skype hielten oder nach wie vor extra zu Terminen anreisten, Patienten, denen die Behandlung bei mir so wichtig war, dass sie einen Dolmetscher mit zu den Gesprächen brachten, Homöopathen, die selbst behandelt werden wollten und viele weitere mehr. 
  • Ich habe alle Diagnosen behandelt von leichtem Schnupfen bis schwere Krebserkrankungen (begleitend).
  • Ich war selbst in homöopathischer Behandlung und ließ auch meine Familie homöopathisch behandeln.
  •  Ich habe in öffentlich zugänglichen Bewertungsplattformen die Durchschnittsnote 1,0.
  • Ich habe unter meiner Behandlung alles erlebt - von unglaublichen Heilerfolgen bis gar keine Reaktion.
  • Die meisten meiner Patienten sind mir jahrelang treu geblieben und bedauern es sehr, dass ich nicht mehr tätig bin.
  • Termine bei mir waren auf Wochen bis Monate ausgebucht (ich habe allerdings auch nur in Teilzeit gearbeitet).
  • Ich habe die Homöopathie der "Schulmedizin" für überlegen gehalten, was die Theorie und das Krankheitsverständnis betrifft.
  • Ich habe bei namenhaften Lehrern gelernt und mich über 10 Jahre regelmäßig weiter fortgebildet. Die Namen meiner Lehrer nenne ich nicht, da ich niemanden in "meine Sache hineinziehen" möchte oder gar persönlich vorführen möchte.
  • Ich habe selbst Vorträge über die Homöopathie und "wie sie wirkt" gehalten.
  • Meine homöopathische Apotheke in der Praxis belief sich auf über 1000 Arzneimittel, von denen ich noch heute Hauptsymptome und Kernempfindung hersagen könnte.
  • Ich hatte den Plan, noch 90-jährig homöopathisch tätig zu sein.

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