Was ist anders an diesem Blog

Warum ein weiterer Blog zur Homöopathie? Gibt es davon nicht schon genug?

Dies ist ein Blog einer Ex-Homöopathin. Das hat es bisher nicht gegeben.

Ich habe selbst lange Zeit als absolut überzeugte Homöopathin gearbeitet und hätte jeden in der Luft zerrissen, der sich schlecht über diese Methode äußert. Ich habe auch mich selbst und meine Kinder homöopathisch behandelt. Ich hätte schwören können, dass die Homöopathie wirkt! Ich habe also angefangen ein Buch zu schreiben, das allen Kritikern mal so richtig zeigen sollte, was die Homöopathie kann. Ich habe dafür auch die kritischen Blogs und Bücher gelesen, mit Wissenschaftlern gesprochen, den "Organon" von Hahnemann im Original gelesen und gelernt, wie man Studien liest und interpretiert, ja, auch, was der aktuelle Goldstandard einer medizinischen Studie ist und warum es wichtig ist, einen solchen zu haben. Das hat über ein Jahr gedauert. Und je mehr ich gelesen, gehört und erkannt habe, umso mehr schwand meine Überzeugung von der Homöopathie. Mein Buch hat eine deutlich andere Richtung bekommen. Es beschäftigt sich nun damit, was wir im 21. Jahrhundert von der Homöopathie noch gebrauchen können. Und das ist - um es gleich vorweg zu nehmen - nicht viel.

Es ist nämlich komisch. Wir alle lieben den Fortschritt. Wir benutzen Handys, machen gerne Flugreisen zu unserem Wunschurlaubsort, vertrauen der Hygiene in Krankenhäuser und bei Operationen, chatten im Internet, whatsappen, liken, schicken Smileys. Wir benutzen Dimmer-Lampen, sichere Autos, Klospülungen, Elektrotischgrills und Color-Wachmittel. Selbstverständlich tun wir das und möchten kaum einen der Vorteile missen, die der Fortschritt uns gebracht hat. Aber bei der Homöopathie - bei der es ja immerhin um etwas so wichtiges wie unsere Gesundheit geht! - fällt uns nicht auf, dass sie sich auf einem Wissensstand von vor 200 Jahren befindet.

Mir ist das auch lange nicht aufgefallen, bzw. ich habe geglaubt, dass die Homöopathie irgendwie anders beurteilt werden müsste. Das, was Hahnemann da erfunden hat sei irgendwie besonders, einzigartig und genial - normale Maßstäbe könnten darüber nicht richten.

Quellennachweis: SWR Nachtcafé, Wenn Medizin uns krank macht, SWR/Alexander Kluge
In diesem Blog möchte ich gerne darstellen, was schleichend und irgendwann mit einem großen Knall für ein Umdenken bei mir gesorgt hat und warum ich mein Buch anders geschrieben habe, als ursprünglich beabsichtigt. Warum ich meine (gut laufende) homöopathische Praxis aufgegeben habe und warum ich heute niemandem mehr empfehlen kann, die Homöopathie und die Globuli ohne dieses Wissen einzunehmen. Denn einnehmen kann man sie durchaus. Aber das ist noch kein Beweis dafür, dass die Homöopathie so funktioniert, wie Hannemann sich dies ausgedacht hat. Übrigens ausgedacht hat, bevor er wusste, dass der menschliche Körper aus Zellen besteht, das Krankheit durch Bakterien oder Viren verursacht werden können oder dass es so etwas wie Statistik gibt.

Dieser Blog räumt auf mit vielen traditionellen homöopathischen Gedanken. Dabei möchte ich die Homöopathie nicht abkanzeln und in den Staub treten, sondern vielmehr aufzeigen, wie Medizin heute funktioniert und wieso die Homöopathie darin leider keinen Platz mehr finden kann. Und warum wir dennoch - auch und gerade heute noch - etwas von ihr lernen können.